Blog

Gebäudemodernisierungsgesetz: Höhere Wohnkosten, mehr fossile Abhängigkeit

Der Bundestag hat das Gebäudemodernisierungsgesetz beschlossen. Die GRÜNE Landtagsfraktion Rheinland-Pfalz sieht darin einen Rückschritt für Klimaschutz, Mieter, Kommunen und Unternehmen. Das Gesetz verlängert die Nutzung fossiler Energieträger, verschärft die Wohnkrise und sorgt für neue Unsicherheit.

Katrin Eder, Vorsitzende der GRÜNEN Landtagsfraktion, fordert deshalb von Ministerpräsident Alexander Schweitzer und dem zuständigen Minister Michael Ebling, die Länderöffnungsklausel zu nutzen und die Folgen des Gesetzes für Rheinland-Pfalz abzufedern.

Ein Gesetz, das die Wohnkrise verschärft

Höhere Heizkosten können auf Mieter abgewälzt werden. Damit drohen steigende Nebenkosten ausgerechnet für diejenigen, die häufig in schlecht sanierten Gebäuden leben und wenig finanziellen Spielraum haben.

Gleichzeitig steigen Haushalte, die es sich leisten können, bereits heute aus fossilen Heizsystemen aus. Zurück bleiben weniger Verbraucher, die die Kosten der Gasnetze tragen müssen. Das kann Gasanschlüsse weiter verteuern.

Betroffen wären nicht nur private Haushalte. Auch Altenheime, Krankenhäuser, Schwimmbäder und große Sporthallen könnten unter steigenden Netzkosten leiden.

„Bestehende Krisen werden durch das Gesetz verschärft. Die Bundesregierung heizt mit dem Beschluss die Wohnkrise unnötig weiter an. Statt Menschen vor steigenden Wohnkosten zu schützen, droht ein Nebenkostentsunami, weil höhere Heizkosten auf die Mieterinnen und Mieter abgewälzt werden können. Das ist unsozial.“

Fossiles Gas bleibt länger im Markt

Das Gesetz verlängert aus Sicht der GRÜNEN Fraktion die fossile Abhängigkeit und schwächt den Klimaschutz. Gerade nach den Erfahrungen der Energiekrise sei das unverantwortlich.

Auch die Grüngasquote und die sogenannte Biotreppe lösen das Problem nicht. Sie schaffen nach Auffassung der Fraktion neue Schlupflöcher, durch die fossiles Gas länger im Markt bleiben kann. Zugleich ist unklar, woher Biogas und Grüngas in den vorgesehenen Mengen kommen sollen.

„Dieses Gesetz und die in der vergangenen Woche angekündigten Kürzungen für Bürgerinnen und Bürger bei der Umstellung auf umweltfreundliche Heiztechniken zeigen die Handschrift der Gas-Lobby. Mieterinnen und Mieter, der Klimaschutz, die Kommunen und die Wirtschaft in Rheinland-Pfalz werden darunter zu leiden haben. Es verlängert weiter die fossile Abhängigkeit von autoritären Regimen. Gerade nach den Erfahrungen der Energiekrise ist das unverantwortlich.“

Kommunen und Unternehmen verlieren Planungssicherheit

Viele Kommunen, Bürger und Unternehmen in Rheinland-Pfalz haben ihre Planungen bereits auf die Wärmewende ausgerichtet. Das neue Gesetz stellt diese Arbeit infrage.

Besonders problematisch ist das für Kommunen, die mit ihrer Wärmeplanung bereits weit fortgeschritten sind. Statt Verlässlichkeit entsteht neue Unsicherheit. Die Bereitschaft, Klimaschutz vor Ort selbst zu gestalten, wird damit geschwächt.

Auch Unternehmen brauchen stabile Rahmenbedingungen. In einer wirtschaftlich schwierigen Phase sorgt die Bundesregierung stattdessen für neues Chaos und neue Planungsunsicherheit.

Rheinland-Pfalz soll gegensteuern

Die GRÜNE Landtagsfraktion fordert, die Länderöffnungsklausel zu nutzen und den Umstieg auf klimafreundliche Heizungen im Land gezielt zu unterstützen.

Vorgesehen ist ein sozial gestaffelter Wärmebonus. Für den Einbau einer mit erneuerbaren Energien betriebenen Wärmepumpe sollen Haushalte 3.000 Euro erhalten. Für den Anschluss an ein Nahwärmenetz sind 6.000 Euro vorgesehen. Bei einem Haushaltseinkommen unter 40.000 Euro soll sich der Bonus verdoppeln.

Auch Kommunen sollen beim Ausbau von Nah- und Fernwärmenetzen unterstützt werden. Für jeden neu angeschlossenen Haushalt ist ein Bonus von 10.000 Euro vorgesehen.

Für Mieter soll eine fünfjährige Warmmieten-Garantie gelten, wenn Vermieter einen entsprechenden Landesbonus erhalten. In diesem Fall soll entweder eine Mieterhöhung für fünf Jahre ausgeschlossen werden oder ein jährlicher Bonus von 200 Euro über fünf Jahre gezahlt werden.

Insgesamt umfasst das vorgeschlagene Programm 300 Millionen Euro über fünf Jahre.

So soll Rheinland-Pfalz Klimaschutz und soziale Sicherheit miteinander verbinden: mit verlässlicher Förderung, Schutz vor steigenden Wohnkosten und klaren Perspektiven für Kommunen, Unternehmen und Bürger.

FAQ Gebäudemodernisierungsgesetz

Die GRÜNE Landtagsfraktion Rheinland-Pfalz kritisiert, dass das Gebäudemodernisierungsgesetz die Nutzung fossiler Energieträger verlängert und neue Unsicherheit schafft. Nach ihrer Einschätzung belastet es Mieter, schwächt den Klimaschutz und erschwert die Planung für Kommunen und Unternehmen.

Aus Sicht der GRÜNEN Fraktion verlängert das Gesetz die Abhängigkeit von fossilem Gas. Die vorgesehene Grüngasquote und die sogenannte Biotreppe schaffen nach ihrer Einschätzung Schlupflöcher, durch die fossiles Gas länger im Markt bleiben kann. Zugleich sei unklar, woher Biogas und Grüngas in den benötigten Mengen kommen sollen.

Höhere Heizkosten werden auf Mieter abgewälzt. Besonders betroffen wären Menschen mit niedrigen Einkommen, die häufig in schlecht sanierten Gebäuden leben. Steigen zugleich mehr Haushalte aus der Gasversorgung aus, müssten die verbleibenden Nutzer möglicherweise höhere Netzkosten tragen.

Viele Kommunen haben ihre Wärmeplanung bereits vorangetrieben. Das neue Gesetz stellt die bisherigen Rahmenbedingungen wieder infrage. Auch Unternehmen erhalten nach Einschätzung der GRÜNEN Fraktion in einer wirtschaftlich schwierigen Phase nicht die notwendige Planungssicherheit.

Die GRÜNE Landtagsfraktion fordert, dass Rheinland-Pfalz die Länderöffnungsklausel nutzt und den Umstieg auf klimafreundliche Heizungen unterstützt. Vorgeschlagen werden sozial gestaffelte Boni für Wärmepumpen und Nahwärmeanschlüsse sowie eine fünfjährige Warmmieten-Garantie für Mieter. Das ergänzende Konzept sieht unter anderem 3.000 Euro für eine Wärmepumpe und 6.000 Euro für einen Nahwärmeanschluss vor. Bei einem Haushaltseinkommen unter 40.000 Euro sollen sich die Beträge verdoppeln.