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GEAS startet: Warum die Binnengrenzkontrollen jetzt enden müssen

Am 12. Juni 2026 startet das reformierte Gemeinsame Europäische Asylsystem (GEAS). Damit beginnt ein neuer Abschnitt europäischer Asylpolitik.

Die GRÜNE Landtagsfraktion Rheinland-Pfalz nimm dies zum Anlass, ein Ende der stationären Grenzkontrollen zu Deutschlands Nachbarländern zu fordern. Der Grund: Sie belasten Menschen in den Grenzregionen, Unternehmen, Pendlerinnen und Pendler sowie den freien Warenverkehr – gerade hier bei uns in Rheinland-Pfalz.

Rheinland-Pfalz lebt von offenen Grenzen

Rheinland-Pfalz liegt mitten in Europa. Die Verbindungen nach Luxemburg, Frankreich und Belgien prägen den Alltag vieler Menschen – besonders in Trier, der Eifel, der Südpfalz, der Westpfalz und der gesamten Großregion. Wer morgens über die Grenze zur Arbeit fährt, Waren transportiert oder Familie auf der anderen Seite der Grenze hat, braucht verlässliche, offene Wege.

Stationäre Binnengrenzkontrollen machen diesen Alltag schwerer. Sie kosten Zeit, sorgen für Staus und schaffen Unsicherheit. Für die Menschen in Rheinland-Pfalz ist Europa keine abstrakte Idee. Viele arbeiten jenseits der Landesgrenze, besuchen Freund:innen oder Verwandte und überqueren regelmäßig zum Einkaufen die Grenze.

Schengen ist ein Versprechen an die Grenzregionen

Der Schengen-Raum steht für Reisen ohne Kontrollen an den Binnengrenzen. Genau davon profitieren Grenzregionen wie Rheinland-Pfalz besonders. Carl-Bernhard von Heusinger, innenpolitischer Sprecher der GRÜNEN Landtagsfraktion Rheinland-Pfalz, bringt es so auf den Punkt:

„Innere Sicherheit entsteht nicht durch Staus an den Binnengrenzen, sondern durch gezielte, lageabhängige Kontrollen, starke Polizeizusammenarbeit mit unseren Nachbarstaaten und eine bessere Ausstattung der Sicherheitsbehörden.“

Neues EU-Asylsystem: Europäische Regeln statt nationaler Alleingänge

Die Bundesregierung darf nicht länger Grundrechte ignorieren. Im Gegenteil: Gerade wenn Europa mit GEAS gemeinsame Regeln setzt, müssen rechtsstaatliche Verfahren und faire Prüfungen gewährleistet sein.

Das heißt auch: Schutzsuchende dürfen nicht pauschal an der Grenze zurückgewiesen werden. Wer Asyl beantragt, hat Anspruch auf ein geordnetes und faires Verfahren. Rechtsstaatlichkeit und Humanität sind keine Gegensätze zu Sicherheit, sondern ihre Voraussetzung.

Was Grenzkontrollen für Trier und die Großregion bedeuten

Besonders sichtbar werden die Folgen der Kontrollen in Trier und in der Region rund um Luxemburg. Viele Menschen pendeln täglich über die Grenze. Auch Betriebe, Handwerk, Logistik, Handel und Tourismus sind auf funktionierende Verbindungen angewiesen.

Wenn Grenzen wieder zum Nadelöhr werden, trifft das ganze Regionen. Lieferungen verzögern sich, Arbeitswege werden länger, Unternehmen verlieren Planungssicherheit. Die politische Botschaft an die Nachbarländer ist ebenfalls problematisch: Statt Vertrauen und Zusammenarbeit entsteht der Eindruck nationaler Abschottung.

Natalie Cramme-Hill, rechtspolitische Sprecherin der GRÜNEN Landtagsfraktion und regionale Abgeordnete aus Trier, macht deshalb deutlich, dass offene Grenzen für Rheinland-Pfalz keine Nebensache sind. Deshalb sagt sie:

„Wir erwarten von der Landesregierung, dass sie sich in dieser Frage nun klar gegenüber der schwarz-roten Bundesregierung positioniert.“

Fazit: Offene Grenzen, faire Verfahren, starke Zusammenarbeit

Der Start des neuen EU-Asylsystems ist der richtige Zeitpunkt, um zur europäischen Normalität zurückzukehren: offene Grenzen im Schengen-Raum, rechtsstaatliche Verfahren und eine Sicherheitspolitik, die Probleme löst, statt sie an Grenzübergänge zu verlagern.

Rheinland-Pfalz steht für ein Europa der Nachbarschaft. Dieses Europa lebt nicht von Schlagbäumen, sondern von Vertrauen, Rechtssicherheit und Zusammenarbeit.

FAQ: Grenzkontrollen, GEAS und Rheinland-Pfalz

Das Gemeinsame Europäische Asylsystem, kurz GEAS, regelt zentrale Fragen des Asylverfahrens in der Europäischen Union.  

Das reformierte Gemeinsame Europäische Asylsystem startet am 12. Juni 2026. Die Reform wurde auf EU-Ebene beschlossen und muss von den Mitgliedstaaten umgesetzt werden. 

Rheinland-Pfalz ist eng mit Luxemburg, Frankreich und Belgien verbunden. Viele Menschen pendeln täglich über Grenzen, Unternehmen sind auf funktionierende Lieferwege angewiesen, und die Großregion lebt vom freien Austausch. Stationäre Grenzkontrollen erschweren diesen Alltag. 

Ja. In Trier und der Region Luxemburg sind die Folgen besonders spürbar, weil viele Menschen täglich grenzüberschreitend unterwegs sind. Verzögerungen an Grenzen treffen dort Pendlerinnen und Pendler, Betriebe, Handwerk, Handel und Logistik. 

Ja. Sicherheit braucht gezielte, lageabhängige Kontrollen, gute Ausstattung der Sicherheitsbehörden und enge Polizeizusammenarbeit mit den Nachbarstaaten. Dauerhafte stationäre Binnengrenzkontrollen sind dafür nicht der richtige Weg. 

Die GRÜNE Landtagsfraktion Rheinland-Pfalz fordert, die stationären Binnengrenzkontrollen zu beenden, rechtswidrige Zurückweisungen von Schutzsuchenden zu stoppen und europäische Lösungen im Rahmen rechtsstaatlicher Verfahren umzusetzen.