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Aktion Grün: Erfolge sichern, Programm ausbauen

Die Aktion Grün finanziert Biotopschutz, Artenschutz und Umweltbildung in Rheinland-Pfalz. Im Koalitionsvertrag steht nun eine Evaluation des Programms. Für die GRÜNE Landtagsabgeordnete Lea Heidbreder löst diese Ankündigung große Sorge vor möglichen Einschnitten aus.

„Die Ankündigung, die Aktion Grün zu evaluieren, führt zu großer Sorge vor Einschnitten. Das wäre bei einem so erfolgreichen Programm stark erklärungsbedürftig. In unseren Augen müsste ganz im Gegenteil das Programm dringend weiter ausgebaut werden.“

findet Lea Heidbreder.

Die Zahlen zeigen die Entwicklung des Programms. Die jährlichen Aufwendungen stiegen von rund 2,36 Millionen Euro im Jahr 2021 auf knapp 3,70 Millionen Euro im Jahr 2025. Für 2026 weist die Antwort der Landesregierung bis zum 30. April vorläufig rund 403.000 Euro aus.

Von 2021 bis 2026 wurden 20 Projekte in kommunaler Trägerschaft gefördert. 43 Projekte lagen bei Vereinen und Verbänden, weitere 42 unter anderem bei Kirchen, Stiftungen, Bürgerinitiativen und Universitäten. Zum Stand vom 4. Mai 2026 verteilen sie sich auf 32 Biotopschutzprojekte, 46 Artenschutzprojekte und 27 Projekte der Umweltbildung.

Feldhamster und Kiebitz: Schutz, der Arten erreicht

Ein konkretes Beispiel ist der Feldhamster. Nachdem eine Kommune das entsprechende Projekt nicht mehr finanzieren konnte, übernahm die Aktion Grün. Die Förderung unterstützte Landwirt:innen bei einer angepassten Bewirtschaftung.

„Dank der Aktion Grün konnte das Vorkommen des Feldhamsters – es gibt ihn im Land praktisch nur noch südlich von Mainz - in den letzten Jahren stabilisiert werden. Ohne die Übernahme durch die Aktion Grün wäre die letzte Population in Rheinland-Pfalz wahrscheinlich nicht mehr vorhanden, denn so konnten Landwirte bei einer entsprechenden Bewirtschaftung unterstützt werden.“

Auch der Schutz des Kiebitzes wird durch die Aktion Grün finanziert. Das Projekt setzt unter anderem auf Gelegeschutz, angepasste Bewirtschaftung und die Zusammenarbeit mit Landwirt:innen. Die Zahl der Brutpaare stieg von etwa 70 im Jahr 2020 auf rund 180 im Jahr 2025. Die Landesregierung nennt diese Entwicklung als Beispiel für den Erfolg der geförderten Projekte. Zugleich betont sie die langen Wirkungszeiträume im Artenschutz. Eine abschließende Bewertung aller Maßnahmen liegt deshalb noch nicht vor.

Von Mooren bis zur Umweltbildung

Die Aktion Grün schützt nicht nur einzelne Arten. Im Weyrichsbruch wurden nach einer Bestandsaufnahme unter anderem Dämme gebaut oder ertüchtigt, Gräben verschlossen und unerwünschter Aufwuchs entfernt. Ziel ist ein stabilerer Wasserhaushalt im Hangmoor und der Erhalt wertvoller Moorlebensräume.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Umweltbildung. 21 Veranstaltungen und Projekte dienten zum Stand vom 4. Mai 2026 insbesondere der Umweltbildung für Kinder und Jugendliche.

Ein Projekt der Kreisverwaltung Mayen-Koblenz und der Stadtverwaltung Koblenz vermittelt praxistaugliche Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität und zur Anpassung an den Klimawandel. Dazu gehören Informationsveranstaltungen, fachliche Anleitung und Modellflächen.

Für Heidbreder schärft Umweltbildung das Bewusstsein für Klimaerhitzung, Biodiversität und die Rolle des eigenen Handelns. Sie vermittelt außerdem spielerisch Zusammenhänge, zum Beispiel den Wasserkreislauf.

Die Evaluation schafft Unsicherheit

Für viele Projekte bilden öffentliche Mittel die Grundlage. Die angekündigte Evaluation verunsichert deshalb Menschen im Umwelt- und Artenschutz. An der Finanzierung hängen aus Heidbreders Sicht nicht nur wichtige Schutzprojekte, sondern auch engagierte Fachleute und ihre persönliche Zukunft.

Auch die Antwort der Landesregierung beschreibt die Aktion Grün als zentrales Instrument für den Naturschutz. Das Programm setzt die Biodiversitätsstrategie in konkrete Maßnahmen um, verbindet Lebensräume, unterstützt gefährdete Arten und stärkt Umweltbildung und Ehrenamt.

Für die Umsetzung der EU-Wiederherstellungsverordnung nennt die Landesregierung die Aktion Grün einen wichtigen Baustein und ein bewährtes Werkzeug. Gleichzeitig hat sie bereits mit einer Weiterentwicklung des Programms begonnen.

Für Heidbreder ergibt sich daraus ein klarer Auftrag: Die Evaluation darf nicht zu einem Rückbau führen. Die bisherigen Projekte, die gestiegenen Aufwendungen und die dokumentierten Entwicklungen sprechen aus ihrer Sicht für eine verlässliche Fortführung und einen weiteren Ausbau.

Zugleich fordert sie einen fairen Ausgleich zwischen Landwirtschaft sowie Umwelt- und Artenschutz. Wichtige Schnittmengen dürfen nicht dazu führen, dass sich der Schutz von Natur und Arten einseitig den Bedingungen der Landwirtschaft unterordnet.

Die entscheidende Frage ist deshalb nicht, ob die Aktion Grün überprüft wird. Sondern mit welchem Ziel.

FAQ Sachstand Aktion Grün 2026

Die Aktion Grün ist ein Naturschutzprogramm des Landes Rheinland-Pfalz. Sie fördert Projekte zum Biotopschutz, zum Artenschutz und zur Umweltbildung. Das Programm unterstützt unter anderem Kommunen, Vereine, Verbände, Kirchen, Stiftungen, Bürgerinitiativen und Universitäten.

Zum Stand vom 4. Mai 2026 förderte die Aktion Grün 32 Biotopschutzprojekte, 46 Artenschutzprojekte und 27 Projekte der Umweltbildung. Dazu gehören der Schutz von Feldhamster und Kiebitz, die Wiedervernässung des Hangmoores im Weyrichsbruch sowie Bildungsangebote für Kinder und Jugendliche.

Die jährlichen Aufwendungen stiegen von rund 2,36 Millionen Euro im Jahr 2021 auf knapp 3,70 Millionen Euro im Jahr 2025. Für 2026 weist die Landesregierung bis zum 30. April eine vorläufige Summe von rund 403.000 Euro aus.

Lea Heidbreder befürchtet Einschnitte bei einem aus ihrer Sicht erfolgreichen Programm. Öffentliche Gelder bilden für viele Umwelt- und Artenschutzprojekte die Grundlage. Deshalb fordert sie, die Aktion Grün nicht zurückzubauen, sondern weiter auszubauen.