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Fußball in Rheinland-Pfalz ist sicher: Prävention stärken statt Fans unter Generalverdacht stellen

Die Stadien in Rheinland-Pfalz sind sichere Orte: Die Antwort der Landesregierung auf eine parlamentarische Anfrage unserer Fraktion zeigt, dass Verletzungen bei Fußballspielen selten sind. Nur ein kleiner Teil der Zuschauer:innen gehören zur Gruppe der Risikopersonen. Für uns folgt daraus: Gewalt konsequent verfolgen, erfolgreiche Fanarbeit stärken und Fußballfans nicht pauschal unter Verdacht stellen.

Stadionbesuche sind sicher

Volle Tribünen und emotionale Spiele: Fußball gehört für viele Menschen in Rheinland-Pfalz zum Wochenende einfach dazu. Und die allermeisten von ihnen erleben den Stadionbesuch friedlich. Das belegen die Zahlen, die die Landesregierung auf unsere Kleine Anfrage zur Stadionsicherheit in Rheinland-Pfalz vorgelegt hat.

Die Wahrscheinlichkeit, bei einem Stadionbesuch verletzt zu werden, liegt demnach bei 1 zu 22.000.

Für unseren innenpolitischen Sprecher Carl-Bernhard von Heusinger ist deshalb klar: „Die neuen Zahlen bestätigen: Fußball in Rheinland-Pfalz ist sicher. Hunderttausenden friedlichen Stadionbesuchern steht ein relativ kleiner Kreis polizeilich bekannter Risikopersonen gegenüber. Die Wahrscheinlichkeit, beim Stadionbesuch verletzt zu werden, liegt bei 1 zu 22.000. Für einen Generalverdacht gegen Fans oder pauschale Verschärfungen gibt es damit keine Grundlage.“

Sicherheitspolitik muss sich immer an der tatsächlichen Faktenlage orientieren. Wo einzelne Personen Gewalt ausüben oder gezielt Auseinandersetzungen suchen, braucht es konsequentes Handeln. Daraus darf aber kein pauschaler Verdacht gegen eine vielfältige Fankultur entstehen.

Gute Fanarbeit verhindert Gewalt

Repression allein schafft keine sicheren Stadien. Fanprojekte arbeiten kontinuierlich mit jungen und erwachsenen Fußballfans, vermitteln in Konflikten und leisten Präventionsarbeit rund um die Vereine.

In der Zeit unserer Regierungsbeteiligung haben wir die Mittel für diese Arbeit in Rheinland-Pfalz deutlich ausgebaut. Unser sportpolitischer Sprecher Fabian Ehmann sieht in der positiven Entwicklung ein wichtiges Signal: „Die insgesamt positive Entwicklung deutet darauf hin, dass diese verstärkten Investitionen in die Prävention Wirkung entfaltet haben. Schwarz-Rot im Land muss die Unterstützung der Fanprojekte weiter ausbauen.“

Wer Gewalt bei Fußballspielen verhindern will, darf nicht erst reagieren, wenn etwas passiert. Starke Fanprojekte setzen früher an und erreichen Menschen direkt in ihrer Lebenswelt.

Hochrisikospiele belasten die Polizei besonders

Gleichzeitig zeigen einzelne Spiele, dass es weiterhin Situationen mit hohem Sicherheitsaufwand gibt. Das von Carl-Bernhard von Heusinger angesprochene Spiel in Mannheim macht deutlich, dass Gewalt konsequent verfolgt werden muss.

Vor allem sogenannte Hochrisikospiele können einen erheblichen zusätzlichen Polizeieinsatz notwendig machen. Wir finden, dass diese besonderen Kosten nicht dauerhaft allein von der Allgemeinheit getragen werden sollten. Profivereine sollen sich an den zusätzlichen Polizeikosten solcher Spiele beteiligen.

Carl-Bernhard von Heusinger fordert deshalb eine gemeinsame Lösung der Länder: „Bei Hochrisikospielen müssen sich die Profivereine an den zusätzlichen Polizeikosten beteiligen. Innenminister Schwickert sollte dafür in der Innenministerkonferenz eine länderübergreifende Lösung vorantreiben.“

Stadionverbote brauchen rechtsstaatliche Maßstäbe

Neben der Polizeiarbeit steht derzeit auch der Umgang mit Stadionverboten in der Diskussion. Der Deutsche Fußball-Bund hat seine Richtlinie zur einheitlichen Behandlung von Stadionverboten zum 1. Juli 2026 neu gefasst. Ergänzend hat der DFB Hinweise und Erläuterungen zur Richtlinie veröffentlicht.

Unsere rechtspolitische Sprecherin Natalie Cramme-Hill warnt vor pauschalen Vorverurteilungen: „Stadionverbote gegen nachweisliche Gewalttäter befürworten wir. Vorverurteilungen von Fußballfans sind aber fehl am Platz. Die neue DFB-Richtlinie, nach der ein bundesweites Stadionverbot bereits bei Einleitung eines Strafverfahrens auszusprechen ist, schlägt aber genau in diese Kerbe. Sie beschneidet den Ermessensspielraum zuungunsten von Fans. Wir werden genau beobachten, wie sich die Verschärfung der Stadionverbots-Richtlinie auswirkt.“

Sicherheit und Fankultur gehören zusammen

Die Zahlen aus Rheinland-Pfalz sprechen gegen einen Generalverdacht. Fußballspiele sind für die große Mehrheit der Besucher:innen sichere Veranstaltungen. Dort, wo Menschen Gewalt ausüben, muss der Staat konsequent handeln. Gleichzeitig wollen wir die Präventionsarbeit stärken und darauf achten, dass Maßnahmen gegen einzelne Gewalttäter nicht unterschiedslos alle Fans treffen.

Deshalb setzen wir uns für drei Dinge ein: eine starke und verlässlich finanzierte Fanarbeit in Rheinland-Pfalz, eine länderübergreifende Beteiligung der Profivereine an zusätzlichen Polizeikosten bei Hochrisikospielen und einen rechtsstaatlichen Umgang mit Stadionverboten.

FAQ

Die Antwort der Landesregierung auf unsere Kleine Anfrage zeigt eine insgesamt positive Sicherheitslage. Die Wahrscheinlichkeit, bei einem Stadionbesuch verletzt zu werden, liegt demnach bei 1 zu 22.000. Der weit überwiegende Teil der Fußballfans besucht Spiele friedlich.

Wir wollen gezielte Maßnahmen gegen Personen, die Gewalt ausüben, mit einer starken Präventionsarbeit verbinden. Fanprojekte spielen dabei eine wichtige Rolle. Bei besonders personalintensiven Hochrisikospielen sollen sich Profivereine außerdem an den zusätzlichen Polizeikosten beteiligen.

Nein. Stadionverbote gegen nachweisliche Gewalttäter befürworten wir. Wir wenden uns aber dagegen, Fußballfans ohne ausreichende Grundlage vorzuverurteilen und Maßnahmen allein an die Einleitung eines Strafverfahrens zu knüpfen.

Fanprojekte leisten Präventionsarbeit, begleiten Fans und können Konflikte frühzeitig bearbeiten. Während unserer Regierungsbeteiligung wurden die Mittel für die Fanarbeit in Rheinland-Pfalz deutlich erhöht. Wir wollen, dass die neue Landesregierung diese Unterstützung weiter ausbaut.