Ehrenamtsoffensive für Rheinland-Pfalz jetzt
Ob Sportverein, Feuerwehr, Kultur, Jugendarbeit, soziale Initiativen oder gelebte Demokratie: Unser Land lebt von Menschen, die sich in ihrer Freizeit für andere einsetzen. Dieses Engagement verdient nicht nur Dank und Anerkennung, sondern vor allem gute Rahmenbedingungen. Viele Vereine haben Nachwuchsängste und ächzen unter der Bürokratie. Deshalb wollen wir eine Ehrenamtsoffensive für Rheinland-Pfalz, mit weniger Bürokratie und mehr Beratung und Unterstützung, die bei den Vereinen vor Ort ankommt.
Die Leitstelle Ehrenamt der Staatskanzlei in die Fläche bringen
Die neue Landesregierung hat die Staatskanzlei zu einem Ministerium aufgewertet. Dort ist auch das Thema Ehrenamt mit der Leitstelle Ehrenamt angedockt. Wir finden, dass dies neue Chancen eröffnen kann, die Leitstelle Ehrenamt verstärkt aus Mainz in die Fläche zu bringen. Dazu fordern wird in allen Regionen von Rheinland-Pfalz mobile Vereins-Sprechstunden vom Ehrenamtsministerium, die gemeinsam mit Kommunen, Freiwilligenagenturen oder lokalen Ehrenamtsstellen angeboten werden können. Vereine sollen die Möglichkeit erhalten, hier unkompliziert Fragen zu Förderung, Vereinsrecht, Gemeinnützigkeit, Digitalisierung oder Versicherung zu stellen. Ergänzend sollen digitale Sprechstunden angeboten werden.
Bürokratie-Check bei Förderanträgen
Ehrenamtliche sollen ihre Zeit nicht mit Antragsformularen verschwenden müssen. Kleine Vereine dürfen bei Förderprogrammen nicht vor dieselben bürokratischen Hürden gestellt werden, wie große professionelle Organisationen. Gerade kleinere Förderbeträge müssen deshalb mit kurzen, verständlichen und vollständig digitalen Anträgen erreichbar sein. Unser Ziel: weniger Nachweise, verständliche Förderrichtlinien, Pauschalen statt kleinteiliger Einzelabrechnungen und ein vereinfachter Verwendungsnachweis für kleinere Fördersummen. Daten, die dem Land bereits vorliegen, sollen nicht immer wieder neu angegeben werden müssen.
Info- und Förderdschungel beenden, benutzerfreundliches digitales Ehrenamtsportal einführen
Wer einen Verein führt, soll nicht stundenlang recherchieren müssen, welches Förderprogramm passt, welche Frist gilt oder wo es Unterstützung gibt. Wir wollen den bestehenden Werkzeugkasten zu einem zentralen digitalen Ehrenamtsportal für Vereine und Ehrenamtliche weiterentwickeln. Dort sollen Förderprogramme von Land, Bund und weiteren öffentlichen Stellen einfach auffindbar und nach Themen und Zielgruppen filterbar sein. Hinzu kommen verständliche Schritt-für-Schritt-Hilfen, Mustervorlagen und Methodenwissen, etwa zu Vereinsgründung und -führung, Veranstaltungen, Datenschutz, Nachwuchsgewinnung oder Öffentlichkeitsarbeit. Weiterbildungen und Beratungsangebote sollen zentral gebündelt und direkt buchbar werden. Auch die Ehrenamtskarte soll für alle digital verfügbar sein.
Ehrenamt darf kein finanzieller Nachteil sein
Wer sich ehrenamtlich in der Jugendarbeit engagiert, zum Beispiel im Zeltlager, kann sich dafür unbezahlt von der Arbeit freistellen lassen. Der entstehende Verdienstausfall wird vom Land erstattet, allerdings nur bis zu einer Höhe von 70 Euro pro Tag. Gleichzeitig kann sich der geringere Verdienst negativ auf die Rentenansprüche auswirken. Das führt dazu, dass Ehrenamtliche eher Urlaub nehmen, statt die vorgesehene Freistellung zu nutzen. Deshalb braucht es eine zeitgemäße Regelung: Eine Möglichkeit wäre eine bezahlte Freistellung, bei der die Erstattung direkt an den Arbeitgeber erfolgt. So entstehen Ehrenamtlichen weder finanzielle Nachteile noch zusätzlicher Aufwand.