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100 Tage Schwarz-Rot in Rheinland-Pfalz: 100 Tage Stillstand

100 Tage regieren CDU und SPD nun gemeinsam Rheinland-Pfalz. Doch noch ist nicht erkennbar, wohin die neue Koalition das Land eigentlich führen will. Die Bilanz nach den ersten 100 Tagen fällt ernüchternd aus: Bei Klimaschutz und Klimaanpassung, Energiewende, Bildung und der Unterstützung unserer Kommunen fehlt es an Tempo, konkreten Entscheidungen und einem Plan für die kommenden Jahre. Dabei liegen die Aufgaben längst auf dem Tisch. Gerade der Hitze- und Dürresommer 2026 hat gezeigt, dass wir uns Stillstand nicht leisten können.

100 Tage Schwarz-Rot: Wo bleibt der politische Aufbruch?

Eine neue Landesregierung hat gerade am Anfang ihrer Amtszeit die Chance, Prioritäten zu setzen und deutlich zu machen, was sie verändern will. Nach 100 Tagen CDU und SPD sehen wir davon wenig. Die Landesregierung muss ihre politische Siesta endlich beenden und ins Arbeiten kommen.

Der Hitzesommer zeigt: Rheinland-Pfalz muss Klima schützen und Vorsorge treffen

Wo fehlendes Regierungstempo ganz konkret spürbar wird, zeigt der Umgang mit der Hitze.

Die hohen Temperaturen dieses Sommers haben den Alltag vieler Menschen geprägt: in aufgeheizten Wohnungen, Kitas und Schulen, in Pflegeeinrichtungen, Krankenhäusern und an Arbeitsplätzen im Freien. Besonders ältere Menschen, Kinder, chronisch Kranke und Pflegebedürftige litten unter der Hitze.

Wir haben deshalb früh eingefordert, dass das Land Einrichtungen und Kommunen beim Hitzeschutz nicht alleinlässt. Denn ein Hitzeaktionsplan allein kühlt keine Patientenzimmer oder Klassenräume. Auf unseren Druck hin hat die Landesregierung nun angekündigt, zumindest die Krankenhäuser beim Hitzeschutz zu unterstützen. 

Energiewende braucht Rückenwind

Auch bei der Energiewende darf Rheinland-Pfalz keine Zeit verlieren. Jede neue Windenergie- und Solaranlage macht uns unabhängiger von fossilen Rohstoffen, stärkt regionale Wertschöpfung und hilft, Energie dauerhaft bezahlbar zu halten.

Um die Akzeptanz für die Erneuerbaren weiter zu erhöhen, haben wir ein Landesbürgerenergiengesetz in den Landtag eingebracht. Unser Ziel: Wenn neue Windenergie- oder große Freiflächen-Photovoltaikanlagen entstehen, sollen die Menschen und Kommunen vor Ort stärker an der Wertschöpfung beteiligt werden.

Mehr zu unserem Landesbürgerenergiengesetz für Rheinland-Pfalz

Schwarz-Rot muss jetzt zeigen, ob die Koalition beim Ausbau der Erneuerbaren tatsächlich Tempo machen will. Ein Zurückdrehen der Energiewende würde Rheinland-Pfalz wirtschaftlich und klimapolitisch zurückwerfen.

Bildung: Neue Überschriften ersetzen keine neuen Ideen

Auch in der Bildungspolitik ist nach 100 Tagen wenig Aufbruch zu erkennen.

Vieles, was CDU und SPD derzeit als neue Impulse präsentieren, wurde bereits in der vergangenen Wahlperiode auf den Weg gebracht: der Ausbau des Ganztags, das Startchancen-Programm, Familiengrundschulzentren oder das Pflichtfach Informatik.

Gleichzeitig warten zentrale Vorhaben aus dem Koalitionsvertrag weiter auf ihre Umsetzung. Dazu gehören bessere Arbeitsbedingungen für Lehrkräfte, schlankere Lehrpläne, eine Reform der ADD oder A13 für Grundschullehrkräfte.

Wir messen die Landesregierung an dem, was bei Kindern, Jugendlichen, Familien und Beschäftigten tatsächlich ankommt. Dazu gehören gute Ganztagsangebote, starke Kitas und Schulen, ausreichend Personal und echte Bildungsgerechtigkeit.

Unsere Bilanz zu den angekündigten „neuen Impulsen“ in der Bildungspolitik

Eine starke Demokratie braucht mehr als Sonntagsreden

Rheinland-Pfalz ist vielfältig, weltoffen und demokratisch. Gerade in einer Zeit, in der rechtsextreme Kräfte stärker werden und gesellschaftliche Debatten rauer geführt werden, erwarten wir von einer Landesregierung eine klare Haltung.

Um unsere offene Gesellschaft zu schützen, müssen wir demokratische Institutionen stärken, Diskriminierung entgegentreten, Beteiligung ermöglichen und dafür sorgen, dass sich Menschen unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Religion, Behinderung oder sexueller Identität sicher und respektiert fühlen können.

Für uns gehört auch das zur Bilanz dieser ersten 100 Tage: Wer gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken will, muss ihn aktiv fördern.

Wir werden Schwarz-Rot weiter antreiben

Opposition bedeutet für uns nicht, grundsätzlich gegen alles zu sein. Wir werden konstruktive Vorschläge machen, eigene Gesetze und Initiativen vorlegen und dort zustimmen, wo Entscheidungen Rheinland-Pfalz voranbringen.

Aber Opposition bedeutet ebenso, genau hinzuschauen und Druck zu machen, wenn notwendige Entscheidungen ausbleiben.

Die ersten 100 Tage von CDU und SPD zeigen, dass eine starke GRÜNE Stimme im Landtag gebraucht wird. Weitere 100 Tage Stillstand kann sich Rheinland-Pfalz nicht leisten.

Häufige Fragen zu den ersten 100 Tagen der schwarz-roten Landesregierung in Rheinland-Pfalz

Nach der Landtagswahl vom 22. März 2026 haben CDU und SPD eine gemeinsame Landesregierung gebildet. Mit der konstituierenden Sitzung des neuen Landtags und der Wahl von Gordon Schnieder zum Ministerpräsidenten im Mai 2026 begann die neue Wahlperiode.

Unsere Bilanz fällt ernüchternd aus. In zentralen Bereichen wie Klimaanpassung und Hitzeschutz, Energiewende, Bildung und Unterstützung der Kommunen fehlen uns konkrete Fortschritte und ein klarer politischer Kurs. 

Wir wollen konkrete Unterstützung für Kommunen und Einrichtungen. Dazu gehören insbesondere Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen, aber auch Schulen, Kitas und andere öffentliche Gebäude. Hitzeschutz braucht Investitionen in Verschattung, Gebäudesanierung, Begrünung, Kühlung und geeignete Rückzugsräume. 

Wir wollen den Ausbau von Wind- und Solarenergie weiter beschleunigen und gleichzeitig dafür sorgen, dass Kommunen sowie Bürgerinnen und Bürger stärker davon profitieren. Mit unserem Landesbürgerenergiengesetz schlagen wir dafür konkrete Regeln vor.