Als in der Energiekrise die Preise für Strom, Gas und Sprit stark stiegen, war klar: Menschen brauchen spürbare Entlastung im Alltag. Wir GRÜNEN haben damals dafür gestritten, Mobilität einfacher, günstiger und klimafreundlicher zu machen. Aus dem 9-Euro-Ticket wurde schließlich das Deutschlandticket: ein bundesweit gültiges Ticket für den öffentlichen Nahverkehr, das am 1. Mai 2023 eingeführt wurde. Heute nutzen laut Bundesregierung rund 14,5 Millionen Menschen das Angebot.
Das Deutschlandticket zeigt, dass gute Klimapolitik den Alltag erleichtert. Wer Bus und Bahn unkompliziert nutzen kann, spart Geld, gewinnt Freiheit und hat eine echte Alternative zum Auto. Gerade für Familien, Schülerinnen und Schüler ist das Ticket deshalb weit mehr als ein Stück Tarifpolitik. Es ist ein Beitrag zu Teilhabe, Selbstständigkeit und bezahlbarer Mobilität.
Der Flickenteppich in den Sommerferien ist ungerecht
In Rheinland-Pfalz droht nun aber ausgerechnet in den Sommerferien ein ungerechter Flickenteppich. Je nach Kommune kann es sein, dass Schülerinnen und Schüler ihr Deutschlandticket in den Ferien weiter nutzen können – oder eben nicht. Das ist weder nachvollziehbar noch gerecht.
Die GRÜNE Landtagsfraktion unterstützt deshalb die Forderung der GEW und der Landesschüler:innenvertretung nach einer Lösung für das Deutschlandticket in den Sommerferien. Katrin Eder, Fraktionsvorsitzende und Sprecherin für Verkehr und Mobilität, sagt dazu:
„Wir wollen, dass alle Kommunen in Rheinland-Pfalz das Deutschlandticket auch in den Sommerferien zur Verfügung stellen. Der gerade entstehende Flickenteppich ist ungerecht und trifft ausgerechnet jene am härtesten, die Unterstützung besonders nötig haben.“
Gerade in Ferienzeiten ist Mobilität wichtig. Jugendliche wollen Freundinnen und Freunde besuchen, zum Sport fahren, Freizeitangebote wahrnehmen oder Ferienjobs erreichen. Familien wollen Ausflüge planen, ohne jedes Mal neu rechnen zu müssen. Wer das Deutschlandticket nur während der Schulzeit ermöglicht, nimmt jungen Menschen in den Ferien ein Stück Selbstständigkeit.
Deutschlandticket heißt Teilhabe – nicht nur Schulweg
Das Deutschlandticket darf nicht auf den reinen Schulweg reduziert werden. Es ist ein Ticket für Mobilität im Alltag. Es hilft auf dem Weg zur Schule, zur Ausbildung, zur Arbeit, aber eben auch in der Freizeit. Wer möchte, dass mehr Menschen Bus und Bahn nutzen, muss Verlässlichkeit schaffen. Ein Ticket, das mal gilt und mal nicht, je nach Wohnort oder Ferienzeit, untergräbt genau diese Verlässlichkeit. Besonders Familien brauchen klare, einfache Regeln. Das Deutschlandticket ist erfolgreich, weil es komplizierte Tarifgrenzen überwindet. Ein kommunaler Flickenteppich in Rheinland-Pfalz wäre deshalb der falsche Weg.
CDU muss ihr Wahlversprechen ernst nehmen
Im Wahlkampf hat die CDU angekündigt, allen Schülerinnen und Schülern in Rheinland-Pfalz künftig ein kostenfreies Ticket zu ermöglichen. Doch von diesem Versprechen ist nach der Wahl kaum etwas übrig geblieben. Weder ein günstigeres Ticket noch die Aufhebung der Vier-Kilometer-Grenze zur Schule sind derzeit erkennbar Thema der neuen Landesregierung.
Das ist enttäuschend. Wer Familien Entlastung verspricht, muss nach der Wahl liefern. Gerade bei hohen Mobilitätskosten ist ein verlässliches Ticket für Kinder und Jugendliche ein konkreter Beitrag zu mehr Gerechtigkeit. Die Landesregierung darf die Verantwortung nicht einfach auf die Kommunen abschieben.
Ministerpräsident Gordon Schnieder und die neue Landesregierung müssen sicherstellen, dass das Deutschlandticket für Schülerinnen und Schüler landesweit auch in den Ferien gilt. Rheinland-Pfalz braucht keine Mobilität nach Postleitzahl. Rheinland-Pfalz braucht eine faire, einfache und verlässliche Lösung.