Initiative Anfrage

Flickenteppich beim Deutschlandticket für Schülerinnen und Schüler in den Sommerferien

Mit dem Deutschlandticket wurde ein wichtiger Beitrag zu bezahlbarer und klimafreundlicher Mobilität geleistet. Für viele Familien stellt das Ticket eine spürbare Entlastung dar. Gleichzeitig eröffnet es Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, unabhängig von den finanziellen Möglichkeiten ihrer Eltern mobil zu sein und kulturelle, soziale sowie sportliche Angebote wahrzunehmen. Mehrere Landkreise und kreisfreie Städte in Rheinland-Pfalz planen, die für Schülerinnen und Schüler ausgegebenen Deutschlandtickets im Ferienmonat Juli zu deaktivieren.

Andere Kommunen ermöglichen hingegen weiterhin die Nutzung des Tickets. Dadurch entsteht innerhalb des Landes eine unterschiedliche Behandlung von Schülerinnen und Schülern, die je nach Wohnort über unterschiedliche Mobilitätsmöglichkeiten während der Sommerfe rien verfügen. Gerade in den Sommerferien, wenn Schulwege entfallen und Freizeit-, Ferien- und Begegnungsangebote verstärkt genutzt werden, kommt dem Deutsch landticket eine besondere Bedeutung für Teilhabe, selbstständige Mobilität und die Entlastung von Familien zu. Die unterschiedliche Handhabung durch einzelne  Aufgabenträger führt zu einem Flickenteppich, der Fragen der Chancengleichheit, gleichwertiger Lebensverhältnisse und der Planungssicherheit für Familien aufwirft. 

Vor diesem Hintergrund frage ich die Landesregierung 

1. Welche Landkreise bzw. kreisfreien Städte planen nach Kenntnis der Landesregierung die Deaktivierung des Deutschlandtickets für Schülerinnen und Schüler im Juli? 

2. Wie viele Schülerinnen und Schüler sind nach Kenntnis der Landesregierung von der Deaktivierung betroffen? 

3. Wodurch sind die regionalen Unterschiede bei der Handhabung des Deutschland tickets für Schülerinnen und Schüler aus Sicht der Landesregierung zu erklären? 

4. Wie bewertet die Landesregierung den entstehenden Flickenteppich bei der Nut zung der Deutschlandtickets im Hinblick auf den Zugang zu außerschulischen Lernangeboten und die Chancengleichheit im Land? 

5. Welche Kosten entstehen durch die Umstellung der Chipkarten-Tickets betroffener Schülerinnen und Schülern (bitte nach betroffenen Kommunen aufschlüsseln)? 

6. Mit welchen finanziellen Veränderungen bei der Einnahmeaufteilung und den Er stattungen aus dem Deutschlandticket rechnet die Landesregierung infolge der ein monatigen Deaktivierung des Tickets für die betroffenen Kommunen?

7. Wie bewertet die Landesregierung die nach Berücksichtigung der in den Fragen 5 und 6 genannten Kosten verbleibenden Einsparungen im Hinblick auf die Mobilitätseinschränkungen rheinland-pfälzischer Schülerinnen und Schülern während der Sommerferien?