Initiative Anfrage

Anstieg der Wartezeiten auf psychotherapeutische Behandlung für Kinder und Jugendliche

Aktuelle Ergebnisse des BiPsy-Versorgungsmonitors 2026 zeigen gravierende psychotherapeutische Versorgungsdefizite bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Die durchschnittlichen Wartezeiten sind gegenüber dem Jahr 2025 erneut gestiegen: 32,5 Wochen vergehen zwischen der ersten Anfrage und dem Beginn einer Psycho-therapie. Die Hälfte der psychischen Erkrankungen beginnt vor dem 18. Lebensjahr. Ohne frühzeitige Behandlung steigt das Risiko schwerer und chronifizierter Verläufe. Dies kann Studien zufolge Auswirkungen auf die weitere Entwicklung von Kindern und Jugendlichen haben und beispielsweise den Schulerfolg gefährden, die Wahrschein-lichkeit für spätere Arbeitslosigkeit und Suchterkrankungen erhöhen und Familien und Beziehungen beeinträchtigen.

Vor diesem Hintergrund fragen wir die Landesregierung:

  1. Wie lange sind aktuell die Wartezeiten auf eine psychotherapeutische Behandlung von Kindern und Jugendlichen in Rheinland-Pfalz?
  2. Wie wirken sich die Kürzungen für die Psychotherapie im GKV-Beitragsstabilisie-rungsgesetz auf die zukünftigen Wartezeiten auf eine psychotherapeutische Be-handlung von Kindern und Jugendlichen in Rheinland-Pfalz aus?
  3. Welche unterstützenden Angebote für Kinder und Jugendliche während der War-tezeit auf eine psychotherapeutische Behandlung fördert die Landesregierung?
  4. Welche Folgen hat eine zu späte psychotherapeutische Behandlung bei Kindern und Jugendlichen für den Verlauf der psychischen Erkrankung und langfristig für den Schulerfolg sowie das spätere Arbeits- und Beziehungsleben?
  5. Wie viele Kinder- und Jugendpsychiater*innen gibt es in Rheinland-Pfalz pro 1 000 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren?
  6. Wie sollte dieses Verhältnis eigentlich nach Einschätzung der Fachverbände sein?
  7. Was unternimmt die Landesregierung zur Verbesserung sowohl der psychothera-peutischen Versorgung als auch der kinder- und jugendpsychiatrischen Versor-gung von Kindern und Jugendlichen in Rheinland-Pfalz?