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Über 4.000 Studierende in Rheinland-Pfalz warten auf einen Wohnheimplatz

Volle Wohnheime, lange Wartelisten und weniger öffentlich geförderte Plätze: Die Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage unserer Abgeordneten Dr. Lea Heidbreder zeigt, wie dringend Rheinland-Pfalz mehr bezahlbaren Wohnraum für Studierende braucht. Wir GRÜNE fordern, das Förderprogramm „Junges Wohnen“ stärker zu nutzen und den Ausbau voranzubringen.

Landesweit stehen nach Angaben der Landesregierung 4.059 Studierende auf den Wartelisten für einen Wohnheimplatz. Gleichzeitig ist das Angebot öffentlich geförderter Plätze zurückgegangen: Zum 1. Januar 2016 gab es in Rheinland-Pfalz 12.167 Plätze, zum 1. Januar 2025 waren es nur noch 11.407. Das sind 760 Plätze weniger und ein Rückgang von rund 6,2 Prozent.

„Die Zahlen zeigen dringenden Handlungsbedarf. Die bislang geplanten zusätzlichen Plätze reichen bei weitem nicht aus. Besonders herausfordernd ist die Situation in Trier, Mainz und Kaiserslautern“

, erklärt Lea Heidbreder.

Besonders lange Wartelisten in Trier, Mainz und Kaiserslautern

An fast allen Hochschulstandorten sind die Wohnheime voll belegt. Besonders deutlich wird die angespannte Lage in Trier: Dort warten 1.208 Studierende auf einen Platz. In Kaiserslautern stehen 969 Studierende auf der Warteliste, in Mainz sind es 831. Für alle drei Standorte nennt die Landesregierung eine Auslastung von 100 Prozent.

Auch die Wohnheimmieten sind in den vergangenen zehn Jahren gestiegen. In Mainz erhöhte sich die durchschnittliche monatliche Warmmiete von rund 342 auf 405 Euro, in Kaiserslautern von 235 auf 294 Euro. In Trier stieg sie von 242 auf 331 Euro. Bezahlbarer Wohnraum bleibt damit eine zentrale Voraussetzung für gute Studienbedingungen.

„Junges Wohnen“ stärker nutzen

Mit dem 2023 von der Ampel im Bund aufgelegten Programm „Junges Wohnen“ stehen Fördermöglichkeiten für studentischen Wohnraum zur Verfügung. In Rheinland-Pfalz wurden darüber bis Ende August 2026 drei Projekte gefördert: Neubauten in Mainz und Vallendar sowie die Modernisierung eines Wohnheims für Studierende und Auszubildende in Kaiserslautern.

Dabei ist entscheidend: Eine Modernisierung schafft nicht automatisch zusätzliche Plätze. Die Landesregierung nennt für Mainz 348 Bewohnerplätze in 288 Appartements und für Vallendar 41 Plätze. In Kaiserslautern werden 208 bestehende Plätze modernisiert. Darüber hinaus entstehen in Trier rund 200 zusätzliche Wohnheimplätze. In Koblenz befindet sich ein Projekt mit bis zu 230 zusätzlichen Plätzen in Planung.

Für Lea Heidbreder muss sich die öffentliche Hand stärker engagieren: „Die Landesregierung muss erklären, warum das Programm im Land bislang so wenig angenommen wird, und entsprechend nachsteuern.“

Wir GRÜNE wollen, dass mehr Studierende Zugang zu bezahlbarem Wohnraum bekommen. Die Landesregierung muss die bestehenden Fördermöglichkeiten wirksamer nutzen und den Ausbau studentischer Wohnheimplätze voranbringen. Die langen Wartelisten zeigen, wie groß der Bedarf bereits heute ist.

Die Antwort der Landesregierung auf die Anfrage von Lea Heidbreder finden Sie hier.

Hochschulstandort2016201720182019202020212022202320242025
Bingen156155155155155155155155155155
Birkenfeld439439439439439439439439439439
Germersheim328328328333333333333333333333
Kaiserslautern2019201820622058192119011923192019201899
Koblenz716623713713713693404606606599
Landau530452452452452452412493489489
Ludwigshafen174174174174174174174174174174
Mainz5209520251865186518651864194491449144912
Pirmasens104104104104104104104104104104
Remagen102102102102102177177177177177
Trier1769176917691769176715471395173217321731
Vallendar0000000000
Worms266266266266266266266266266266
Zweibrücken355335335335335335129129129129
Zahl der Wohnheimbettplätze zum 1. Januar d. J.

FAQ

Zum 1. Januar 2016 gab es in Rheinland-Pfalz insgesamt 12.167 öffentlich geförderte Wohnheimplätze für Studierende. Zum 1. Januar 2025 waren es noch 11.407. Aus den Standortzahlen ergibt sich damit ein Rückgang um 760 Plätze beziehungsweise rund 6,2 Prozent.

 

Die längsten Wartelisten nennt die Landesregierung für Trier mit 1.208 Studierenden, Kaiserslautern mit 969 und Mainz mit 831. Die angegebenen Wartelisten aller Standorte summieren sich auf 4.059. Ob einzelne Personen auf mehreren Wartelisten stehen, lässt sich dem Dokument nicht entnehmen. Die Angaben stammen aus der Antwort vom 28. September 2026.

Nein, die Belegung unterscheidet sich je nach Standort. Die Landesregierung nennt unter anderem für Mainz, Trier, Kaiserslautern, Koblenz und Remagen eine Auslastung von 100 Prozent. Für 2025 weisen die Tabellen in Birkenfeld 99,12 Prozent, in Ludwigshafen 98,85 Prozent und in Landau 73,90 Prozent aus.

Die durchschnittlichen Warmmieten sind laut Landesregierung an allen aufgeführten Standorten in den letzten zehn Jahren gestiegen. In Mainz erhöhten sie sich von 342,36 auf 404,94 Euro, in Trier von 242 auf 331 Euro und in Kaiserslautern von 235 auf 294 Euro. Die Beträge sind Durchschnittswerte am jeweiligen Standort, keine einheitlichen Preise für jedes Zimmer.

Bis zum 31. August 2026 wurden im Rahmen von „Junges Wohnen“ drei Projekte gefördert: ein Neubau in Mainz mit 288 Appartements für 348 Bewohner, ein Neubau in Vallendar mit 41 Plätzen und ein Modernisierungsprojekt in Kaiserslautern mit 208 Plätzen für Studierende und Auszubildende. Für die Modernisierung weist die Antwort keine zusätzlichen Plätze aus. Darüber hinaus entstehen in Trier rund 200 zusätzliche Wohnheimplätze. In Koblenz befindet sich ein Projekt mit bis zu 230 zusätzlichen Plätzen in Planung.

Wir GRÜNE fordern, dass sich die öffentliche Hand stärker für bezahlbaren studentischen Wohnraum engagiert. Die Landesregierung muss erklären, warum das Förderprogramm „Junges Wohnen“ in Rheinland-Pfalz bislang so wenig angenommen wird, und entsprechend nachsteuern. Bestehende Fördermöglichkeiten sollen wirksamer genutzt und der Ausbau von Wohnheimplätzen vorangebracht werden, damit mehr Studierende Zugang zu bezahlbarem Wohnraum bekommen.