„Die Ergebnisse der neuen PISA-Studie sind alarmierend. Die Studie zeigt aber auch einmal mehr: Bildung hängt in Deutschland maßgeblich vom sozialen Status des Elternhauses ab. Wer PISA einen Weckruf nennt, muss deshalb den Mut haben, tatsächlich etwas zu verändern. Dazu gehört, Familien zu stärken und nicht, wie durch die schwarz-rote Bundesregierung geplant, insbesondere bei der Unterstützung von Familien zu kürzen.
Unverzichtbar ist aber auch, die Rahmenbedingungen an den Schulen zu verbessern, damit Schülerinnen und Schüler besser lernen können und in Zukunft auch wieder bessere Ergebnisse erzielen. Gerade unsere Grundschulen müssen wir stärken, weil dort wichtige Grundlagen für den späteren Bildungserfolg gelegt werden. Dazu gehören eine flächendeckende Schulsozialarbeit und multiprofessionelle Teams. An den Grundschulen brauchen wir darüber hinaus zum Vertiefen der Lerninhalte eine echte Ganztagsschule, die mehr ist als eine Ganztagsbetreuung, und die für alle Familien attraktiv ist.
Wenn PISA zeigt, dass grundlegende Inhalte, auf denen alles weitere aufbaut, nicht erfasst werden, dann gehören auch die Lehrpläne in den Fokus. Schülerinnen und Schüler brauchen Zeit zum Verstehen, Üben und Vertiefen. Daher müssen die Lehrpläne entschlackt werden. Wir müssen raus aus dem starren 45-Minuten-Takt und einer Prüfungskultur, die Leistung vor allem über Klausuren abbildet. Schulen brauchen mehr Freiräume für längere Lernphasen, fächerübergreifendes Arbeiten und eine bessere Leistungsdiagnostik, die früh zeigt, wo Unterstützung gebraucht wird.“