„Die Einführung des Deutschlandtickets hat die klimafreundliche Mobilität mit der Bahn einfach und bezahlbar gemacht. Dass der Preis nun erneut steigt, ist ein fatales Signal. Mit jeder neuen Preiserhöhung wächst die Gefahr, dass Fahrgäste wieder auf andere Verkehrsmittel umsteigen. Wer sich dann beispielsweise ein Auto zulegt, dürfte nur schwer für die Bahn zurückzugewinnen sein. Dazu kommt: Der Preis des Deutschlandtickets ist umso niedriger, je mehr Menschen es nutzen. Jede Preiserhöhung sorgt dafür, dass Leute aussteigen. Gefährdet sind auch Angebote in Rheinland-Pfalz wie etwa die Semestertickets. Dass dies keine Fiktion ist, hat die Entscheidung des Studierendenparlaments in Landau gezeigt, das nach einer Preiserhöhung den Ausstieg aus dem Semesterticket beschlossen hat. Passiert so etwas flächendeckend, bedeutet das erhebliche Einnahmeverluste – und ohne zusätzliches Geld könnte das Deutschlandticket noch teurer werden. Es droht ein Dominoeffekt.
So sehr der Bund bei der klimafreundlichen Mobilität geizt, so spendierfreudig gibt er sich beim Subventionieren fossiler Treibstoffe mit dem erneuten Tankrabatt. Die Mineralölkonzerne freuen sich über das Bestärken der bestehenden Abhängigkeit. Während Autofahrerinnen und Autofahrer mit Milliarden entlastet werden, wird das Deutschlandticket immer teurer. Dabei würden von einer stärkeren Unterstützung des Deutschlandtickets viele Menschen mit geringerem Einkommen profitieren. Diese Verkehrspolitik ist klimaschädlich und unsozial zugleich. Schwarz-Rot bringt das Land damit bei der dringend nötigen Mobilitätswende keinen Schritt weiter. Wir brauchen eine dauerhaft stärkere Finanzierung, damit die Menschen Planungssicherheit für ihre Mobilität haben. Ein stabiler Preis würde erheblich dazu beitragen, das Deutschlandticket langfristig zu sichern und es für möglichst viele Menschen attraktiv und bezahlbar zu halten.“
Hintergrund
Das Deutschlandticket kostet ab dem 1. Januar 2027 monatlich 66,80 Euro statt bislang 63 Euro. Damit steigt der Preis zum dritten Mal seit der Einführung zum ursprünglichen Preis von 49 Euro. Rund 14,5 Millionen Menschen nutzen das Ticket. Bund und Länder beteiligen sich derzeit mit jeweils 1,5 Milliarden Euro jährlich an der Finanzierung. Der Preis für 2027 wurde erstmals anhand eines Kostenindexes berechnet, der unter anderem Personal-, Energie- und Betriebskosten berücksichtigt.
Presse
Deutschlandticket: Erneute Preissteigerung ist ein fatales Signal
Zur erneuten Preiserhöhung beim Deutschlandticket auf 66,80 Euro ab Januar 2027 erklärt Katrin Eder, Fraktionsvorsitzende der GRÜNEN Landtagsfraktion Rheinland-Pfalz:
Florian Sparwasser
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