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Auswärtige Fraktionssitzung in Trier: Wohnungsnot und Mietpreisbremse im Fokus

Bei der auswärtigen Fraktionssitzung der GRÜNEN Fraktion Rheinland-Pfalz in Trier stand die Mietpreisbremse Trier im Mittelpunkt einer sachlichen Bestandsaufnahme. Am 17.12.2025 tagte die Fraktion im Clubraum der Wohnanlage Tarforst; Gäste aus Stadt, Hochschule und Wohnungswirtschaft brachten Perspektiven auf studentisches Wohnen und steigende Mieten ein.

Die Sitzung in Trier bündelte Lagebild und Praxis: Wohnungsmarkt, Studierendenwohnen und Schutz der Mieterinnen und Mieter. „Wohnungsnot ist bei uns oben auf der politischen Agenda. Viele Menschen können sich das Wohnen in Städten wie Trier nicht mehr leisten“, sagte Pia Schellhammer, Fraktionsvorsitzende. Sie verband die soziale mit der hochschulpolitischen Dimension: „Ein attraktiver Hochschulstandort braucht bezahlbaren Wohnraum. Ein Mangel daran kann sich negativ auf die Entwicklung der Studierendenzahlen auswirken. Neben genügend Wohnheimplätzen brauchen wir deshalb in Städten wie Trier eine funktionierende Mietpreisbremse.“ Aus den Beiträgen entstand ein klares Bild: Ohne wirksame Regeln und verlässliche Partner bleibt die Entlastung am Markt aus.

Was bedeutet der Wegfall der Mietpreisbremse für Trier?

Die Fraktion ordnete Entwicklungen und Risiken ein. „Den Wegfall der Mietpreisbremse in Trier sehen wir kritisch. Wir teilen die Sorge, dass die Mieten in Trier durch den Wegfall der Mietpreisbremse noch stärker steigen“, erklärte Pia Schellhammer. Zusätzlich rückte die Datengrundlage in den Fokus: „Die Methode, mit der Gebiete mit Mietpreisbremse ermittelt werden, ist nicht differenziert genug. Wir fordern daher die Überarbeitung der Methodik - dabei müssen stärker lokale Gegebenheiten berücksichtigt werden.“ Ziel ist mehr Treffsicherheit, damit Instrumente dort wirken, wo Anspannung am größten ist.
 

Gäste mit Praxisblick: Stadt, Hochschule, Wohnungswirtschaft

Die Diskussion profitierte von Stimmen aus Verwaltung, Campus und Vermietungspraxis. Die Gäste schilderten Engpässe beim studentischen Wohnen, Erfahrungen mit Neuvertragsmieten und Hürden bei Sanierung und Neubau. Aus dieser Breite ergab sich ein gemeinsamer Nenner: Ohne bessere Rahmenbedingungen geraten Haushalte mit kleinen und mittleren Einkommen schnell unter Druck. „Darüber hinaus wollen wir Akteure stärken, die dauerhaft bezahlbaren Wohnraum anbieten – beispielsweise genossenschaftliche, gemeinwohlorientierte und kommunale Wohnungsbauunternehmen“, sagte Pia Schellhammer. So lassen sich stabile Angebote aufbauen, die Preissteigerungen dämpfen.

Programm vor Ort: Studizimmer und Rundgang in Trier-Nord

Mit der Besichtigung des Modellprojekts „Studizimmer aus Kalamitätseiche“ des Studierendenwerks Trier rückte die Verbindung von nachhaltigem Material und bezahlbarem studentischem Wohnen in den Blick. Im Anschluss führte ein Rundgang durch Trier-Nord mit der WOGEBE Wohnungsgenossenschaft Am Beutelweg e.G. an konkrete Orte der Versorgungslage. Beide Programmpunkte machten deutlich, wie Lösungen vor Ort entstehen und welche Rahmenbedingungen sie benötigen, um Wirkung zu entfalten.

Standort Tarforst: Nähe zum studentischen Alltag

Die Wahl des Tagungsorts im Clubraum der Wohnanlage Tarforst setzte einen inhaltlichen Akzent. Vor Ort wurde sichtbar, wie eng Wohnsituation und Studienerfolg zusammenhängen: Wer lange pendelt oder zu hohe Mieten bezahlt, startet mit Nachteilen ins Semester. Die Beiträge zeigten, dass passgenaue Wohnheimplätze und faire Mietverhältnisse zentrale Bausteine sind. So kann die Stadt Studierende halten und zugleich Quartiere stabilisieren. Die Fraktion nahm die Eindrücke mit, um Maßnahmen zielgenau zu verankern und die Perspektiven der Betroffenen in der weiteren Arbeit mitzudenken.

Wohnraumschutzgesetz und bezahlbarer Neubau

Neben Entlastungen am Markt stand der Schutz vor Missständen im Mittelpunkt. „Wir wollen nicht, dass Menschen in Schrottimmobilien leben müssen. Folge des angespannten Wohnungsmarkts ist leider, dass sehr renovierungsbedürftige Wohnungen mit dauerhaft defekter Heizung und fehlendem Warmwasser noch vermietet werden. Diese Entwicklung sehen wir kritisch und fordern daher ein Wohnraumschutzgesetz für Rheinland-Pfalz. Die aktuellen gesetzlichen Grundlagen reichen für den Schutz der Mieterinnen und Mieter offenkundig nicht aus“, sagte Pia Schellhammer. Parallel bleibt die Linie klar: „Darüber hinaus wollen wir Akteure stärken, die dauerhaft bezahlbaren Wohnraum anbieten – beispielsweise genossenschaftliche, gemeinwohlorientierte und kommunale Wohnungsbauunternehmen.“

FAQ

Am 17.12.2025 traf sich die GRÜNE Fraktion Rheinland-Pfalz im Clubraum der Wohnanlage Tarforst. Im Mittelpunkt standen Wohnungsnot, Mietpreisbremse in Trier und studentisches Wohnen. Ziel war eine sachliche Bestandsaufnahme mit Praxisbezug und klaren Folgerungen für die weitere Arbeit.

Der Wegfall der Mietpreisbremse wird kritisch gesehen. Es besteht die Sorge weiter steigender Mieten. Zudem gilt: Die Methode zur Ermittlung der Gebiete ist nicht differenziert genug. Gefordert wird eine Überarbeitung, die lokale Gegebenheiten stärker berücksichtigt und die Treffsicherheit erhöht.

Gäste aus Stadt, Hochschule und Wohnungswirtschaft schilderten Engpässe beim studentischen Wohnen, Erfahrungen mit Neuvertragsmieten sowie Hürden bei Sanierung und Neubau. Die Beiträge verdeutlichten, wie Haushalte mit kleinen und mittleren Einkommen ohne bessere Rahmenbedingungen unter Druck geraten.

Die Fraktion besichtigte das Modellprojekt „Studizimmer aus Kalamitätseiche“ des Studierendenwerks Trier und unternahm einen Rundgang durch Trier-Nord mit der WOGEBE Wohnungsgenossenschaft Am Beutelweg e.G. Beide Termine zeigten konkrete Lösungsansätze und ihren Bedarf an verlässlichen Rahmenbedingungen.

Betont werden die Stärkung genossenschaftlicher, gemeinwohlorientierter und kommunaler Wohnungsbauunternehmen, mehr passgenaue Wohnheimplätze sowie der Schutz von Mieterinnen und Mietern. Dazu gehört die Forderung nach einem Wohnraumschutzgesetz für Rheinland-Pfalz, um Missstände wie „Schrottimmobilien“ wirksam anzugehen.

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