„Wir verurteilen die Gewalt beim Fußballspiel zwischen Waldhof Mannheim und dem FCK aufs Schärfste. Die Geschehnisse müssen detailliert und ohne gegenseitige Schuldzuweisungen aufgearbeitet werden. Dazu gehört auch eine Analyse des Polizeieinsatzes. Gewalttäter müssen konsequent verfolgt und Straftaten geahndet werden. Fußballfans dürfen trotzdem nicht unter Generalverdacht gestellt werden, eine Law and Order-Politik gegen das Gros der Fans macht keinen Sinn. Auch die große Mehrheit der FCK-Fans will für ihre fantastischen Choreographien bekannt sein, nicht für Gewalt. Es braucht deshalb vor allem verstärkte Investitionen in die Fanarbeit als wichtigen Teil der Prävention. Die gerade im Land gestarteten Stadionallianzen sind darüber hinaus ein richtiger Ansatz. Schwarz-Rot in Rheinland-Pfalz muss dies durch eine noch stärkere und verlässliche Unterstützung der Fanprojekte im Land flankieren.
Der DFB muss die Vorfälle konsequent aufarbeiten und angemessene Sanktionen aussprechen. Derartige Ausschreitungen dürfen nicht zur Blaupause werden. Das Zeichen muss sein, dass sich Investitionen in sichere und friedliche Fußballspiele für die Vereine lohnen.
Bei 1400 Polizeikräften rund um das Spiel in Mannheim und den daraus resultierenden Kosten ist allerdings auch klar, dass wir endlich eine Beteiligung des Profifußballs an den Mehrkosten der Polizeieinsätze bei Hochrisikospielen brauchen, auch im DFB-Pokal. Bei einem Milliardengeschäft wie dem Profifußball ist nicht länger hinnehmbar, dass die Kosten vollständig auf die Allgemeinheit abgewälzt werden. Das dafür ausgegebene Geld fehlt der öffentlichen Hand an anderen wichtigen Stellen.
Die Innenminister der Länder müssen sich jetzt schnell auf ein gemeinsames Vorgehen verständigen, um den Profifußball für die entstehenden Mehrkosten in die Verantwortung zu nehmen. Ziel muss eine solidarische Lösung der Kostenbeteiligung zwischen den Profivereinen sein, damit unterschiedliche Regelungen der Bundesländer nicht zu Wettbewerbsnachteilen für einzelne Vereine führen. Der neue Innenminister Achim Schwickert sollte hier persönlich in die Offensive gehen.“