Vielleicht kennst Du das: Die nächste Prüfung steht an, der Nebenjob frisst Zeit, zu Hause gibt es Stress und die Weltlage macht dir Angst – und gleichzeitig steigen die Preise im Supermarkt und für Energie. Psychische Belastungen gehören für viele Studierende längst zum Alltag. Genau deshalb braucht es an den Hochschulen niedrigschwellige, professionelle Unterstützung, ohne lange Wartezeiten.
Landesmittel helfen – aber sie reichen vielerorts nur fürs “Nicht-schlechter-werden”
Seit dem Wintersemester 2023/2024 unterstützt das Land die Studierendenwerke beim Angebot psychosozialer Beratung. Als erstes wurde mit dem Leibniz-Institut für Resilienzforschung (LIR) das Modellprojekt „Gesund studieren“ gestartet. Seit dem Doppelhaushalt 2025/2026 stehen den Studierendenwerken jährlich 450.000 Euro zur Unterstützung der psychosozialen Beratungsstellen zur Verfügung.
Diese Mittel werden vor Ort sehr unterschiedlich eingesetzt: teils für Workshops und Gruppenangebote (z. B. zu Resilienz, Prüfungsangst oder Aufschieben), teils für Honorarangebote oder Qualifizierung. Aber: Aus der Rückmeldung einzelner Studierendenwerke wird auch deutlich, wie eng die Spielräume sind. In Kaiserslautern wurden die Mittel ausdrücklich genutzt, um das bestehende Angebot zu stabilisieren und einen Kapazitätsabbau zu verhindern.
Unsere hochschulpolitische Sprecherin Dr. Lea Heidbreder bringt es so auf den Punkt:
„Unser Ziel ist eine Ausweitung der psychosozialen Beratung an den Hochschulen. Die Studierendenwerke haben die zusätzlichen Landesmittel vor allem eingesetzt, um das vorhandene Angebot zu sichern und einen Kapazitätsabbau zu vermeiden. Das zeigt, wie prekär die Lage in diesem Bereich immer noch ist.“
Und sie benennt eine zentrale Ursache für die angespannte Situation der Studierendenwerke:
„Steigende Lebensmittel- und Energiepreise bei gleichzeitig sinkenden Einnahmen aus Semesterbeiträgen haben die Studierendenwerke hart getroffen. Ein größeres Angebot an psychosozialer Beratung kann offenbar nur geschaffen werden, wenn das Land seinen Zuschuss noch einmal substantiell erhöht.“
Wartezeiten: Wer Hilfe braucht, darf nicht monatelang warten müssen
Die Landesregierung berichtet insgesamt von überwiegend „stabilen“ Wartezeiten. Doch die Spanne ist groß.
Ein paar Beispiele aus der Antwort:
- Kaiserslautern: Erstkontakt weiterhin 2–3 Wochen
- Koblenz: Erstgespräch 4–6 Wochen, zusätzlich offene Sprechstunden für Dringendes
- Mainz (PBS der JGU): Wartezeit auf Erstgespräch lag 2024 bei durchschnittlich 145,9 Tagen
- Trier: im Schnitt Termin innerhalb von 10–21 Tagen
- Vorderpfalz: Reduktion auf 1–2 Wochen
Was wir als GRÜNE Landtagsfraktion jetzt wollen
Der Landeszuschuss wurde zuletzt erhöht. Das ist ein wichtiger Schritt. Aber die Antwort zeigt auch: An vielen Standorten reichte das zusätzliche Geld vor allem, um das vorhandene Angebot zu sichern.
Das ist uns zu wenig.
Wir GRÜNEN wollen eine echte Ausweitung der psychosozialen Beratung an unseren Hochschulen:
- mehr Kapazitäten (damit Beratung nicht vom Zufall abhängt, wo man studiert),
- kürzere Wartezeiten,
- verlässliche Finanzierung für die Studierendenwerke,
- und eine klare Perspektive, damit Angebote nicht jedes Jahr aufs Neue wackeln.
Denn am Ende geht es um etwas sehr Konkretes: Damit Studierende in Krisen schnell Hilfe erhalten – bevor aus Überforderung ein Abbruch wird.
Hintergrund in Kürze (aus der Antwort der Landesregierung)
- Das Land stellt im Doppelhaushalt 2025/2026 jährlich 450.000 Euro zur Unterstützung psychosozialer Beratung bereit.
- Studierendenwerke können in der Regel eine Erstberatung leisten; es sind meist bis zu drei Gespräche möglich, und die Beratung ersetzt keine Psychotherapie.
- Teilweise wurden die zusätzlichen Mittel genutzt, um Kapazitätsabbau zu verhindern (z. B. Kaiserslautern).