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Mehr Schutz für Zugbegleiter:innen: Rheinland-Pfalz handelt

Gewalt und Übergriffe im Bahnverkehr dürfen niemals „zum Job dazugehören“. Nach dem tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter in Rheinland-Pfalz ist klar: Wir müssen den Schutz der Menschen verbessern, die tagtäglich dafür sorgen, dass unsere Züge fahren.

Genau deshalb hat Mobilitätsministerin Katrin Eder direkt im Anschluss des Runden Tisches zur Sicherheit im Schienenpersonennahverkehr ein Sicherheitspaket angekündigt. Mit am Tisch: Gewerkschaften, Eisenbahn-Verkehrsunternehmen, Zweckverbände, Verkehrsverbünde und die Deutsche Bahn. Das gemeinsame Ziel: mehr Sicherheit in Zügen und ein besseres Sicherheitsgefühl für Beschäftigte und Fahrgäste.

1. Mehr sichtbares Personal in den Zügen – gezielt dort, wo es brennt

Kern des Pakets ist zusätzliches Sicherheitspersonal. Entscheidend ist dabei der praktische Ansatz: Die personelle Verstärkung (z. B. Doppelbesetzungen) soll insbesondere an bekannten „Hotspots“ greifen, also zu bestimmten Zeiten, auf bestimmten Linien oder an Orten, wo es häufiger zu Konflikten kommt. Die Umsetzung erfolgt in Abstimmung mit Verkehrsunternehmen und Betriebsräten; die Zweckverbände haben dafür mehr Flexibilität in der Personalplanung zugesagt.

Das ist wichtig, weil es nicht um Symbolpolitik geht, sondern um eine spürbare Entlastung dort, wo Zugbegleiter:innen besonders häufig mit aggressivem Verhalten konfrontiert sind.

2. Bodycams ausweiten – deeskalieren, dokumentieren, schützen

Der zweite Schwerpunkt: mehr Bodycams im Bahnverkehr. Bereits bestehende Tests und Erfahrungen zeigen, dass Bodycams deeskalierend wirken, die Hemmschwelle für Übergriffe erhöhen, im Ernstfall Beweismittel liefern und zugleich das Sicherheitsgefühl des Personals stärken.

Damit das praxistauglich und rechtssicher funktioniert, steht das Mobilitätsministerium bereits im Austausch mit den zuständigen Datenschutzstellen, um eine möglichst flächendeckende Ausweitung zu ermöglichen.

3. Finanzierung: Sicherheit darf nicht am Geld hängen

Für beide Maßnahmen – mehr Personal und mehr Bodycams – sind Mittel in Höhe eines einstelligen Millionenbetrags vorgesehen. Das Land macht damit deutlich: Sicherheit hat Priorität.

Die Sprecherin für Mobilität Lea Heidbreder begrüßt das Paket

Unsere mobilitätspolitische Sprecherin Dr. Lea Heidbreder sagt dazu:

Ministerin Eder hat schnell reagiert und das Gespräch mit allen Beteiligten gesucht, um gemeinsam wirksame Schritte für mehr Sicherheit im Bahnverkehr auf den Weg zu bringen. Die angekündigten Maßnahmen setzen an den entscheidenden Stellen an: Mehr sichtbares Personal in den Zügen und der verstärkte Einsatz von Bodycams können ganz konkret dazu beitragen, Konflikte frühzeitig zu deeskalieren. Wichtig ist jetzt, dass diese Maßnahmen zielgenau dort greifen, wo Beschäftigte besonders gefährdet sind. Gleichzeitig bleibt klar: Die Länder stemmen bereits erhebliche Kosten, um den ÖPNV aufrechtzuerhalten. Darum muss der Bund die Regionalisierungsmittel erhöhen.“

FAQ

Es kommen zusätzliches Sicherheitspersonal (u. a. Doppelbesetzungen an Hotspots) und mehr Bodycams im Bahnverkehr. 

Gezielt auf Linien, zu Zeiten und an Orten, an denen es häufiger zu Konflikten kommt („Hotspots“) – abgestimmt mit Verkehrsunternehmen und Betriebsräten. 

Das Mobilitätsministerium ist dazu bereits mit den zuständigen Datenschutzstellen im Austausch, um praktikable und rechtssichere Lösungen für die Ausweitung zu schaffen. 

Für die Maßnahmen sind Mittel in Höhe eines einstelligen Millionenbetrags vorgesehen