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GRÜNES Positionspapier aus dem Bund und den Ländern: Kommunen brauchen strukturelle Reformen

Die finanzielle Lage unserer Kommunen spitzt sich dramatisch zu. So steht es in einem gemeinsamen Positionspapier von einer Reihe Bundestags- und Landtagsabgeordneten der Grünen. Mitautorin und Unterzeichnerin ist unter anderem die rheinland-pfälzische Fraktionsvorsitzende Pia Schellhammer. Das Papier fordert verlässliche Strukturen statt kurzfristiger Einzelmaßnahmen, damit Städte, Gemeinden und Landkreise ihre Aufgaben dauerhaft erfüllen können.

Während sich die Ministerpräsident*innen noch streiten, wie oder besser ob man Kommunen stärker finanziell unterstützen muss, haben die Grünen im Bund und in den Ländern einen gemeinsamen Vorschlag gemacht. Das Positionspapier wurde von Grünen Bundestags- und Landtagsabgeordneten aus der Haushalts-, Finanz- und Kommunalpolitik vorgelegt. Zu den Unterzeichner:innen gehört auch Pia Schellhammer, Fraktionsvorsitzende sowie Sprecherin für Haushalt, Kommunen und Digitalpolitik der GRÜNEN Fraktion Rheinland-Pfalz. Beschrieben wird eine zugespitzte Finanzlage der Kommunen: steigende Ausgaben, wachsende Pflichtaufgaben und eine Finanzierung vor allem von Seiten des Bundes, die damit nicht Schritt hält. Im Kern geht es um die Frage, wie kommunale Handlungsfähigkeit wiederhergestellt und langfristig abgesichert werden kann.

Warum geraten Kommunen immer stärker unter Druck?

Das Papier beschreibt eine Entwicklung, in der die kommunalen Einnahmen und Ausgaben immer weiter auseinandergehen. Genannt werden vor allem steigende Sozialausgaben, zusätzliche Belastungen in der Verwaltung und höhere Personalausgaben. Zugleich wurden den Kommunen neue und wichtige Aufgaben übertragen, ohne dass sie verlässlich mit ausreichenden Mitteln ausgestattet wurden. Pia Schellhammer sagt: „Kommunen bekommen immer mehr Aufgaben übertragen. Vor allem vom Bund. Etwa bei der Ganztagsbetreuung, bei den Hilfen zur Erziehung, in der Pflege oder beim Wohngeld. Und bei der Finanzierung schlägt sich der Bund in den letzten Jahren viel zu oft in die Büsche.“

Warum reichen einmalige Hilfen nicht?

Das Positionspapier bewertet die Bundesmittel aus dem Länder-und-Kommunal-Infrastrukturfinanzierungsgesetz in Höhe von 100 Milliarden Euro als guten Beitrag zur kurzfristigen Entlastung im investiven Bereich. Zugleich hält es fest, dass einmalige Investitionshilfen die strukturellen Finanzierungsprobleme der kommunalen Haushalte nicht beseitigen. Angesichts eines Investitionsstaus von über 200 Milliarden Euro allein in den Kommunen geht es aus Sicht der Unterzeichner:innen um mehr als um kurzfristige Programme. Es geht um eine Reform, die stetig wachsende Ausgaben dauerhaft absichert und kommunale Eigenverantwortung stärkt.

Welche Kernforderungen stehen im Positionspapier?

Im Mittelpunkt steht die Forderung, kommunale Pflichtaufgaben zuverlässig und dauerhaft zu finanzieren. Wenn der Bund oder die Länder neue Aufgaben für die Kommunen beschließen, sollen sie auch für die Kosten geradestehen. Wer bestellt, muss auch bezahlen – auch rückwirkend. Dort, wo Kosten für Pflichtaufgaben aufgrund neuer Standards oder einer überproportionalen Kostenentwicklung deutlich gestiegen sind, soll die Kostenverteilung überprüft und neu geregelt werden. Das Papier schlägt außerdem einen deutlich höheren Anteil an den Gemeinschaftssteuern für die Kommunen vor.

Was heißt das konkret für eine dauerhafte Lösung?

Das Papier verbindet die Forderung nach mehr Geld mit strukturellen Änderungen. Es dringt auf eine rasche Einführung einer gerechten Altschuldenregelung, die eine nachhaltige Entschuldung der Kommunen sicherstellt. Zugleich soll das Konnexitätsprinzip im Verhältnis zwischen Bund und Kommunen gestärkt und rechtssicher sowie durchsetzbar ausgestaltet werden. Hinzu kommen Verwaltungsmodernisierung, Digitalisierung und unbürokratischere Förderprogramme, damit Mittel schneller in kommunale Investitionen fließen können. Pia Schellhammer sagt: „Deshalb sagen wir Grünen aus den Ländern und dem Bund geschlossen: Einmalige Hilfen reichen nicht mehr. Wir brauchen strukturelle Reformen, die wirklich langfristig wirken.“

FAQ

Viele Städte, Gemeinden und Landkreise stehen unter wachsendem finanziellen Druck. Die Ausgaben steigen – etwa durch höhere Sozialkosten, zusätzliche Verwaltungsaufgaben und steigende Personalkosten. Gleichzeitig übertragen Bund und Länder den Kommunen immer neue Aufgaben, etwa bei Ganztagsbetreuung, Pflege, Wohngeld oder Hilfen zur Erziehung. Die Finanzierung hält damit jedoch häufig nicht Schritt, sodass Einnahmen und Ausgaben zunehmend auseinandergehen.

Einmalige Programme können kurzfristig helfen, etwa bei Investitionen in Infrastruktur. Sie beseitigen jedoch nicht die strukturellen Finanzprobleme der kommunalen Haushalte. Allein der Investitionsstau in deutschen Kommunen liegt bei über 200 Milliarden Euro. Deshalb fordern die Unterzeichner:innen des Positionspapiers langfristige und verlässliche Finanzierungsstrukturen statt zeitlich begrenzter Einzelmaßnahmen.

Im Mittelpunkt steht das Prinzip: Wer Aufgaben überträgt, muss auch die Kosten tragen. Wenn Bund oder Länder neue Aufgaben für Kommunen beschließen, sollen sie diese dauerhaft finanzieren. Außerdem wird vorgeschlagen, die Kostenverteilung bei stark gestiegenen Pflichtaufgaben zu überprüfen und den Anteil der Kommunen an den Gemeinschaftssteuern deutlich zu erhöhen.

Das Positionspapier verbindet zusätzliche finanzielle Mittel mit strukturellen Änderungen. Dazu gehören eine gerechte Regelung für kommunale Altschulden, eine Stärkung des Konnexitätsprinzips („Wer bestellt, bezahlt“) zwischen Bund und Kommunen sowie Verwaltungsmodernisierung, Digitalisierung und einfachere Förderprogramme. Ziel ist, dass Kommunen ihre Aufgaben langfristig und eigenverantwortlich erfüllen können.