Reaktivierung der Aartalbahn – große Chance für den ländlichen Raum und das Doppelzentrum Mainz-Wiesbaden

Die Bundesländer Rheinland-Pfalz und Hessen, der Rheingau-Taunus-Kreis sowie die Aufgabenträger SPNV-Nord und RMV haben heute einen Kooperationsvertrag geschlossen, um eine Machbarkeitsstudie zur Reaktivierung der Aartalbahn von Wiesbaden über Bad Schwalbach nach Diez und Limburg in Auftrag zu geben. Durch die geplante City-Bahn zwischen Mainz und Wiesbaden könnte sich in Zukunft für den ländlichen Raum in Rheinland-Pfalz und Hessen eine durchgehende Schienenverbindung bis nach Mainz ergeben. Dazu erklärt Jutta Blatzheim-Roegler, verkehrspolitische Sprecherin der GRÜNEN Landtagsfraktion:

„Mit großer Hingabe wird derzeit in der Öffentlichkeit diskutiert, welche Projekte auch auf kommunaler Ebene den Klimaschutz stärken und CO2-Emissionen einsparen können. Die Reaktivierung der Aartalbahn ist ohne Zweifel ein solches Projekt. In Verbindung mit der geplanten City-Bahn zwischen Mainz und Wiesbaden ergäbe sich mit einer Reaktivierung die historische Chance auf eine schnelle ÖPNV-Anbindung des ländlichen Raums bis in beide Landeshauptstädte. Viele Menschen, die heute für das tägliche Pendeln noch auf das eigene Auto angewiesen sind, hätten in Zukunft eine günstige und schadstoffarme Alternative. Wir GRÜNEN treiben die Reaktivierung der Aartalbahn deshalb seit Jahren hartnäckig voran und begrüßen die nun angekündigte Machbarkeitsstudie als nächsten Schritt auf dem Weg zu dieser wichtigen Zugverbindung.

Auch der Bund muss aber noch erkennen, dass Investitionen in die Schieneninfrastruktur Investitionen in die Zukunft sind. Die Bundesregierung hat sich selbst zum Ziel gesetzt, bis 2030 die Anzahl der Fahrgäste im Bahnverkehr im Vergleich zu heute zu verdoppeln. Dies wird aber nur mit einer Reaktivierungsoffensive gelingen, da das Streckennetz bereits weitgehend ausgelastet ist. Der Bund muss daher die Fördermittel erhöhen, jedoch auch die sogenannte „standardisierte Bewertung“ überarbeiten, die nach engen volkswirtschaftlichen Kriterien die Förderfähigkeit von Schienenreaktivierungen bemisst. Das Verfahren rechnet viele Schienenwege systematisch schlecht, da es vom Bund für Ballungsräume entwickelt wurde und die Nachfrage, den strukturellen Nutzen und die touristische Bedeutung von Strecken im ländlichen Raum außer Acht lässt.“

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