Immer mehr Geflüchtete in Rheinland-Pfalz haben einen Job

Die GRÜNE Landtagsfraktion möchte auf den guten Ansätzen für die Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen in Rheinland-Pfalz weiter aufbauen. Aus diesem Grund hat die integrationspolitische Sprecherin der GRÜNEN im rheinland-pfälzischen Landtag, Katharina Binz, eine Kleine Anfrage zum aktuellen Stand der Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten in Rheinland-Pfalz gestellt. Die Zahlen der Bundesagentur für Arbeit zeigen eine positive Entwicklung. Dazu Katharina Binz:

„Viele Geflüchtete, die bei uns Schutz und Frieden gesucht haben, möchten gerne hier arbeiten und sich eine neue Existenz aufbauen. Ihre schnelle und nachhaltige Vermittlung in Ausbildung und Arbeit ist der Schlüssel für ihre erfolgreiche Integration und ist zudem eine Möglichkeit, dem Fachkräftemangel in Deutschland zu begegnen. Die Antwort auf unsere Kleine Anfrage zeigt, wie groß der Arbeitswille vieler Geflüchteter ist. Für die positive Entwicklung sorgen auch die vielen Programme und Projekte sowie der unermüdliche Einsatz der ehrenamtlichen und hauptamtlichen Flüchtlingshelferinnen und -helfer in den Kommunen. Als Land, das auf die Zuwanderung von Fachkräften angewiesen ist, müssen wir diese Chance nutzen und die Bedingungen am Arbeitsmarkt für Geflüchtete verbessern, indem wir bürokratische Hürden abbauen und Asylverfahren erleichtern.

Es lohnt sich aber auch der Blick in andere Statistiken der Bundesagentur für Arbeit, um weiteren Handlungsbedarf zu identifizieren: Denn bei der Integration von Frauen und Männern in den Arbeitsmarkt gibt es große Unterschiede. Zum 30. Juni 2017 waren in Rheinland-Pfalz insgesamt 6.517 Menschen aus den acht zugangsstärksten Asylherkunftsländern sozialversicherungspflichtig beschäftigt, der überwiegende Teil davon Männer (5.686). Lediglich 831 Frauen ist der Einstieg in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung gelungen. Ein Jahr später waren bereits mehr als 10.000 Menschen aus besagten Herkunftsländern sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Aber auch hier ist der Anteil der Männer überdurchschnittlich hoch (rund 9.700 Männer und lediglich rund 1.100 Frauen). Von dem starken Zuwachs bei den sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten von knapp 66 Prozent haben also bislang in erster Linie männliche Geflüchtete profitiert. Aus diesem Grund halte ich die verschiedenen vom Integrationsministerium geförderten Projekte, die den Berufseinstieg dieser Frauen gezielt zu unterstützen – zum Beispiel das Modellprojekt ‚Qualifizierung weiblicher Flüchtlinge‘ – für umso wichtiger.

Obwohl die Tendenz bei den sozialversicherungspflichtigen Erwerbstätigen unter den Geflüchteten steigend ist und viele der geringfügig Beschäftigten an Praktika oder Arbeitsmarktprogrammen teilnehmen, müssen wir die Arbeitsbedingungen geflüchteter Menschen weiterhin verstärkt beobachten, um prekäre Beschäftigungsverhältnisse zu verhindern. Niedrigschwellige Arbeitsangebote sollten mit einem berufsbezogenen Sprachtraining kombiniert sein, damit mittelfristig eine Heranführung an den regulären Arbeitsmarkt gelingt.“

 

Die Kleine Anfrage der Abgeordneten Katharina Binz sowie die Antwort der Landesregierung finden Sie hier.

Weitere Informationen und Statistiken bei der Bundesagentur für Arbeit.

 

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