Absage an alternative Güterstrecke im Mittelrheintal: unglaubliche Arroganz von Bundesverkehrsminister Scheuer

Medienberichten zufolge lohnt sich für das Bundesverkehrsministerium eine alternative Trasse für das bahnlärmbelastete Mittelrheintal erst bei einer Verzehnfachung des Bahnverkehrs. Dazu erklärt die verkehrspolitische Sprecherin der GRÜNEN Landtagsfraktion, Jutta Blatzheim-Roegler:

„Das Bundesverkehrsministerium hat es über Jahre hinweg sträflich vernachlässigt, sich mit der Lärmbelastung im Mittelrheintal auseinanderzusetzen. Den lärmgeplagten Anwohnerinnen und Anwohnern nun eine derartige Absage zu erteilen, ist unverantwortlich und arrogant von Bundesverkehrsminister Scheuer. Es ist völlig unbegreiflich, weshalb eine alternative Güterstrecke erst bei einer Verzehnfachung des Güterverkehrs möglich sein soll. Auf der Strecke Dresden-Prag soll beispielsweise Deutschlands längster Eisenbahntunnel zur Lärmentlastung der Menschen im Elbtal entstehen. Laut der Antwort auf eine Anfrage unserer GRÜNEN Bundestagsabgeordneten Tabea Rößner verkehren im Mittelrheintal sogar dreimal so viele Güterzüge wie im Elbtal.

Beim Thema Bahnlärm im Mittelrheintal geht es um nicht weniger als lebenswertes Wohnen und die Gesundheit der unter dem Lärm leidenden Bürgerinnen und Bürger. Dass dies keine Frage des subjektiven Empfindens ist, sondern mit Zahlen belegt werden kann, zeigen die Richtwerte der Weltgesundheitsorganisation (WHO): Demnach sollen nachts 40 Dezibel und tagsüber 55 Dezibel nicht überschritten werden. Im Mittelrheintal werden diese Werte jedoch regelmäßig um 100 Prozent überschritten. Die Strecke muss deshalb in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans aufgenommen werden. Mittelfristig brauchen wir außerdem eine beschleunigte Umrüstung auf leisere Bremsen, mehr Mittel für den passiven Lärmschutz und ein Verbot lärmintensiver Güterwagen auf EU-Ebene, um die Menschen vor Ort besser zu schützen. Wir GRÜNEN werden das Thema weiterhin verfolgen und unsere parlamentarischen Mittel nutzen.“

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