Pressemitteilung | 28.11.2017

Glyphosat-Neuzulassung unverantwortlich gegenüber Mensch und Natur

Zu der Wiederzulassung des Totalherbizids Glyphosat erklärt Dr. Bernhard Braun, Fraktionsvorsitzender:

„Glyphosat ist nicht nur ein wichtiger Faktor für den Rückgang der Artenvielfalt, sondern wird von der Internationalen Agentur für Krebsforschung der WHO auch als „wahrscheinlich krebserregend“ eingestuft. Daher ist das Ja von Deutschland zur Verlängerung des Einsatzes von Glyphosat politisch unverantwortlich, ein Kotau gegenüber der Agrarchemie-Lobby und zeugt von Ignoranz gegenüber Mensch und Natur.

Wie die Entscheidung des CSU-Noch-Bundeslandwirtschaftsministers zu Stande kam, darüber kann man nur rätseln. Eine Abstimmung in der geschäftsführenden Bundesregierung gab es offensichtlich nicht.“

Jutta Blatzheim-Roegler, landwirtschaftspolitische Sprecherin, fügt hinzu:

„Selbst große Agrarnationen wie Frankreich sind gegen eine Neuzulassung des umstrittenen Unkrautvernichtungsmittels. Frankreich will das Mittel in den nächsten drei Jahren verbieten. Auch eine breite Mehrheit in der Bevölkerung lehnt den Einsatz des Mittels ab.

Auch wenn die europäische Chemikalienagentur ECHA Glyphosat bei fachgerechter Anwendung im Gegensatz zur WHO gesundheitliche Unbedenklichkeit bescheinigt hat, ist das Mittel alles andere als unbedenklich. Es reicht nicht, in Sonntagsreden Krokodilstränen über die nachweisbare Reduzierung von Insekten und Vögeln zu weinen. Es müssen auch Konsequenzen gezogen werden. Und da wäre ein Nein der geschäftsführenden Bundesregierung verbunden mit einer glasklaren Förderung der ökologischen Landwirtschaft die zukunftsweisendere Entscheidung gewesen. Aber Zukunftsfähigkeit ist eben kein Markenzeichen einer GroKo. 

Glyphosat ist ein gefährliches Herbizid und sollte nicht mehr zum Einsatz kommen. Deswegen brauchen wir nun ein deutschlandweites Verbot des gefährlichen Pestizids.“

Pressekontakt

Dilek Otto

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